Abgewehte Ginkoblaetter auf einem Tisch im Park der Villa Sophia

Traumaspezifische Gruppentherapie

Im Rahmen unseres speziellen Therapiekonzeptes für Patienten mit Posttraumatischer Belastungsstörung werden 3 Gruppen angeboten, in den die Patienten lernen

  • die Zusammenhänge zwischen Trauma und nachfolgender posttraumatischer Belastungsstörung zu erkennen
  • was sie selber tun können, um Stress besser zu verarbeiten (Salutogenese)
  • wie sie ihre Ressourcen weiterentwickeln können, um nicht mehr als Opfer, sondern als selbstsichere Menschen zu leben.

Die Patienten üben in den Gruppen Techniken, die die Achtsamkeit fördern und helfen, immer wieder aus der Vergangenheit in die Gegenwart zu kommen und sich sicher und geborgen zu fühlen.

Stabilisierungsgruppe I
Die Gruppe ist in Form eines Seminars aufgebaut: Es werden den Gruppenteilnehmer Informationen über z. B. den Unterschied zwischen Alltagsstress und traumatischem Stress vermittelt. In einfacher, leicht verständlicher Form werden ihnen die unterschiedliche Wahrnehmungsverarbeitung während einer traumatischen Situation und die evtl. daraus resultierenden Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung erklärt. Es werden die bei Traumatherapie am häufigsten angewendeten Formen der Psychotherapie erklärt, beispielsweise die systhematische Desensibilisierung bei Angststörungen und die Bedeutung von dysfunktionalen Kognitionen, bzw. der kognitiven Umstrukturierung erklärt und an Beispielen geübt. Das Thema Ressourcen (eigene Fähigkeiten zur Stressbewältigung, zur Entspannung, Genussfähigkeit) nimmt einen sehr wichtigen Stellenwert in dieser Gruppentherapie ein. Anhand von Diskussionsbeiträgen der Gruppenteilnehmer wird immer wieder darauf eingegan­gen und auf Möglichkeiten hingewiesen, eigene Ressourcen zu stärken. In den Gruppenstunden werden Stabilisierungstechniken (Atemwahrnehmung, Jakobson-Training-Kurzform, Wahrnehmungs-Übungen "Sehen-Tasten" nach Yvonne Dolan, Ressourcenankern) erklärt und geübt.
Die Gruppenteilnehmer bekommen zu Beginn der Gruppentherapie eine Arbeitsmappe, in der sie das Arbeitsmaterial, das sie im Laufe der Gruppe zur Verfügung gestellt bekommen, sammeln und eigene Aufzeichnungen machen können. Sie werden angeregt, die Gruppeninhalte mit in die Einzel­therapie zu bringen, um dort weiter daran arbeiten zu können.
In der Gruppentherapie wird nicht über die einzelnen traumatischen Erfahrungen gesprochen - dies bleibt ausschließlich der Einzeltherapie vorbehalten.

Stabilisierungsgruppe II
Die Stabilisierungsgruppe II richtet sich an männliche und weibliche Patienten mit PTBS vor dem Hintergrund sexueller und nicht sexualisierter Gewalterfahrung in Kindheit und Jugend bzw. im Erwachsenenalter. Die Gruppe ist in Form eines Seminars aufgebaut, hat aber auch Workshop­charakter. Der Verlauf ist ähnlich Stabilisierungsgruppe I. Ein Schwerpunkt ist das Erlernen von Stabilisierungstechniken. Die Patienten erlernen während der gesamten Gruppe 4 Stabilisierungs­techniken, die gegen Ende immer wiederholt werden. Weitere Themen sind: Ressourcen, allgemeiner und traumatischer Stress, Spannung und Spannungsreduktion, Emotion, Beziehung, Zukunftsplanung und Genuss. Die Themen werden auf unterschiedliche Weise mit dem Patienten erarbeitet.
Die Gruppenteilnehmer bekommen zu Beginn der Gruppentherapie eine Arbeitsmappe, in der sie das Arbeitsmaterial, das sie im Laufe der Gruppe zur Verfügung gestellt bekommen, sammeln und eigene Aufzeichnungen machen können. Sie werden angeregt, die Gruppeninhalte mit in die Einzeltherapie zu bringen, um dort weiter daran arbeiten zu können. In der Gruppentherapie wird nicht über die einzelnen traumatischen Erfahrungen gesprochen - dies bleibt ausschließlich der Einzeltherapie vorbehalten.

Frauengruppe
Die Gruppe richtet sich speziell an weibliche Patienten mit PTBS vor dem Hintergrund sexueller Gewalt­erfahrung in Kindheit und Jugend bzw. im Erwachsenenalter.
Die Gruppe verläuft in Form eines Workshops und hat Seminarcharakter. Der Verlust ähnlich Stabilisierungsgruppe I.
Insbesondere werden folgende Themen behandelt:

  • Ressourcensuche
  • kritische Auseinandersetzung mit dem Selbstbild als Frau
  • dem Frauen-Fremdbild und dem Männerbild
  • anhand eines Rollenspiels werden verschiedene Stressbewältigungsstrategien gezeigt und diskutiert
  • es werden Möglichkeiten der kognitiven Umstrukturierung vorgestellt und dabei Grundannahmen kritisch hinterfragt
  • Psychoedukation zu Trauma, Folgen und Verarbeitungsprozesse von Traumatisierung
  • zum Abschluss soll das Thema Genussfähigkeit aufgegriffen werden.

Außerdem werden 4 Stabilisierungstechniken vermittelt (siehe Stabilisierungsgruppe I).
In der Gruppe wird nicht über die traumatischen Ereignisse gesprochen - dies bleibt ausschließlich der Einzeltherapie vorbehalten.

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