Villa Griesinger
 

Psychiatrische Rehabilitation

Die Abteilung „psychiatrische Rehabilitation“ der Dr. v. Ehrenwall’schen Klinik führt stationäre Rehabilitationsbehandlungen für die gesetzlichen Rentenversicherungen durch, wie z. B. die Deutsche Rentenversicherung Bund, die Deutschen Rentenversicherungen Rheinland und Westfalen und die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See.

Ziele der medizinischen Rehabilitation sind die Prävention oder Abwendung bzw. Milderung von Teilhabebeeinträchtigung am Arbeitsleben und am Gemeinschaftsleben sowie die Leistungsbeurteilung.

Unser Rehabilitationsangebot beruht auf einem Zusammenwirken dreier unterschiedlicher Konzepte

  1. medizinische Leistungen,
  2. Maßnahmen zur Verbesserung der  Krankheitsbewältigung und Funktionsfähigkeit
  3. Maßnahmen für eine medizinisch beruflich orientierte Rehabilitation.

Je nach Situation des Rehabilitanden können zu
diesen drei Konzepten individuell unterschiedliche Schwerpunkte gewählt werden.

A. Medizinische Leistungen

Medizinische Diagnostik inklusive EEG und differenzierte Psychopharmakotherapie sind möglich. Beratung zu einer eventuell sinnvollen weiteren kurativ-medizinischen Therapie und Psychotherapie nach der Rehabilitation wird angeboten.

B. Maßnahmen zur Verbesserung der Krankheitsbewältigung und Funktionsfähigkeit

Dieses Konzept hat sich aus der internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit [ICF] der Weltgesundheitsorganisation unter wissenschaftlicher Vorarbeit der Deutschen Rentenversicherer entwickelt. Hier ist die „Funktionsfähigkeit“ und deren Beeinträchtigungen für eine Teilhabe am Ausbildungs- und Berufsleben sowie gesellschaftlichen bzw. privaten Leben der zentrale Begriff.

C. Maßnahmen für eine medizinisch beruflich orientierte Rehabilitation (MBOR)

Krankheitsunabhängig wird der individuelle Bezug zur konkreten Arbeits- und Ausbildungswelt hergestellt durch:

  • eine Analyse der wichtigen Themen: Erwerbsbeziehungen, Arbeitsstressoren und Arbeitsverhalten, biographischer Erwerbsauftrag und innere Erwerbshaltungen.
  • verschiedene Interventionen:
    eine Beratung enthält einen Strategievorschlag,
    wie der Rehabilitand eventuell zukünftig mit seiner konkreten Arbeits-, Ausbildungssituation passender umgehen kann.
    Zusätzlich können gezielte Impulse zum späteren Nachdenken und Nachbearbeiten mit Angehörigen, Therapeuten und gegebenenfalls behandelnden Ärzten anregen.
    Eine Begleitung zum Beginn einer selbstständigen Lösungssuche kann in der Rehabilitation initiiert werden.
    Der Rehabilitand wird im Selbstmanagement zur eigenen Motivationsstärkung informiert und angeleitet.

Indikationsspezifische Behandlungskonzepte

Für Rehabilitanden mit psychotischen Erkrankungen (Schizophrenie und verwandte Krankheitsbilder, schizo-affektive Störungen) bestehen folgende spezifische
Angebote:

  • In der psychoedukativen Gruppe wird den Patienten in Seminarform umfangreiches Wissen bezüglich des Krankheitsbildes, der Symptomatik und der Therapie vermittelt und Arbeitsmaterial zur Verfügung gestellt.
  • Im Selbstsicherheitstraining üben und verbessern die Rehabilitanden mit Rollenspielen ihre soziale Kompetenz und stärken ihre Selbstsicherheit in typischen Kommunikationssituationen in Beruf und Alltag.
  • Das computergestützte Kognitionstraining (COGPACK) mittels PC ermöglicht es dem Rehabilitanden, seine geistige Leistungsfähigkeit
    (z.B. Aufmerksamkeit, Erinnerungsfähigkeit, Informationsverarbeitung) zu steigern.
    Gleichzeitig wird durch das Computerprogramm ein Leistungsprofil erstellt, das bei der beruflichen Beratung und Abschlussbeurteilung der Rehabilitation berücksichtigt werden kann.

Für Rehabilitanden mit affektiven und phobischen Störungen sowie Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen sind folgende spezifische Angebote vorgesehen:

  • Die Gruppe Gesundheit und Leistung informiert,
    setzt Impulse und regt zu Gruppendiskussionen an. Es werden zwei Themenblöcke angeboten: Schutzfaktoren und Stressverarbeitung.
    Die Gruppe wird in Seminarform durchgeführt.
  • Mit der progressiven Muskelentspannung nach Jacobson oder/und individuellen Stabilisierungstechniken wird das stabilisierende Selbstmanagement in konkreten Anspannungssituationen geübt und sinnvolle Transfers für den Berufsalltag überlegt.

Indikationsunabhängige Behandlungskonzepte

Unabhängig von der Indikation (Hauptdiagnose nach ICD-10) stehen die folgenden Angebote für alle Rehabilitanden zur Verfügung:

  • Die Ergotherapie berücksichtigt arbeitscoachende Aspekte und ist ein wesentlicher Teil des Angebots im Sinne einer Arbeitstherapie. Grundlegende arbeitsrelevante Fähigkeiten (z.B. Aufgabenverständnis, Konzentration, Ausdauer, Geschicklichkeit aber auch Planung, Überblick, Motivation und Ablenkbarkeit) werden besprochen, trainiert und bewertet.
  • In der Sport- und Bewegungstherapie werden sowohl grundlegende arbeits-relevante Fähigkeiten (z.B.: Muskelkraft-, Ausdauer, Beweglichkeit, Koordination) ohne konkrete Berufsbezogenheit geübt, als auch komplexere Fähigkeiten (z.B.: Spielverständnis, Spielüberblick, Teamfähigkeit) trainiert. 
  • Die Sozialberatung wird tätig, wenn die Erkrankung Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, des sozialen Umfeldes oder die Sicherung des Lebens als Folge haben kann.

Freizeitangebote

In ihrer Freizeit bietet die Klinik den Rehabilitanden ein vielfältiges und wechselndes Freizeitangebot, z.B. Schwimmbad, Sauna, Boule-Bahn, Billiard, Kegeln, Diavorträge, Kreative Zusatzangebote, Offenes Atelier usw.

Die umgebende Landschaft - das Ahrtal -  lädt zu jeder Jahreszeit zu Spaziergängen oder Wanderungen ein.

Sehen Sie auch in unserer Bildergalerie Haus E.

Reha-Konzept (als Download)

Rehabilitationsorganigramm

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