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Angststörung

Angststörungen gehören neben den depressiven Störungen zu den häufigsten in der Allgemeinbevölkerung. Es sind keine Geisteskrankheiten in dem Sinne, dass ein Mensch, der an einer Angsterkrankung leidet, irr oder verrückt werden könnte.

Unter generalisierten Angststörungen leiden ca. 4-8 Prozent, unter Panikstörungen ca. 2 Prozent, unter leichten Phobien ca. 7 Prozent der Bevölkerung. Angststörungen treten meist im zweiten oder dritten Lebensjahrzehnt auf und neigen häufig zur Chronifizierung. Zu komplizierten Verläufen der Angststörungen kommt es durch sekundäre depressive Verstimmungen, eine Selbstmedikation durch Alkohol und durch abhängig machende Benzodiazepinpräparate.

Angst zu haben ist grundsätzlich nicht nur eine normale Fähigkeit, sondern auch eine gesunde Eigenschaft des Menschen. Ängste schützen vor Gefahren, indem sie den Menschen schnell und zuverlässig warnen können. Durch das System der Gefahrenidentifikation und der entsprechenden automatisierten Reaktionen ist der Mensch in der Lage, Gefahren blitzschnell und zuverlässig auszuweichen. Auf die enge Verbindung von seelischer Angst und körperlicher Reaktion weisen die körperlichen Anteile der Angstreaktion hin wie Herzrasen, Schweissausbrüche, Schwindel, Atemnot, Unruhe, Übelkeit, Durchfall. Diese „Symptome“ werden jedoch in wirklicher Gefahr kaum gespürt, weil die ganze Aufmerksamkeit auf die Rettung und Bewältigung der Gefahr ausgerichtet ist.

Die Angststörungen werden in zwei Gruppen unterteilt:

·    Phobische Störungen.
Dazu gehören so bekannte Symptome wie Platzangst, Tierphobien, Engeangst (Klaustrophobie), Höhenangst, Examensangst, soziale Ängste. Die Ängste können mit Paniksymptomen verbunden sein.

Neben diesen spezifischen oder isolierten Phobien gibt es die

 ·    sonstigen Angststörungen.
Dazu gehören Panikstörungen, generalisierte Angststörung, die sogenannte „Angst vor der Angst“.
Oft sind Ängste und depressive Störungen gemischt.

Angststörungen sind wie bereits oben dargestellt, außerordentliche häufige seelische Erkrankungen. Da sie für den Menschen häufig unerklärlich sind und zum Teil wegen der körperlichen Symptome oder der Einschränkungen mit Scham- oder Schuldgefühlen besetzt sind, kommt es im negativem Fall zu einem Rückzug der Menschen aus ihrer sozialen Umgebung und zu einem immer eingeschränkteren Leben.
Häufig werden die Angsterkrankungen nicht erkannt und der betroffenen Mensch gelangt nicht da hin, wo er Hilfe bekommen könnte: zum psychiatrischen oder psychologischen Psychotherapeuten.

Diagnostik
Entsprechend der Vielfalt von Manifestationen müssen Angst- und Panikzustände sorgfältig psychiatrisch-psychotherapeutisch diagnostiziert werden, um sie von möglichen körperlichen Ursachen abzugrenzen. Verschiedene Körperstörungen können ähnliche Symptome auslösen wie sie bei der Angststörung auftreten. Aber auch eine Komorbidität, d.h. eine Miterkrankung ist natürlich möglich. Vergiftungen mit zum Beispiel Koffein oder Amphetaminen oder Entzugsyndrome müssen ausgeschlossen werden.

Medikamentöse Therapie
Bei schweren akut auftretenden Angststörungen muss unter Umständen eine Beruhigung der Situation durch eine medikamentöse Therapie erreicht werden, zum Beispiel durch angstlösende Medikamente aus der Gruppe der Benzodiazepine. Diese beinhalten allerdings die Gefahr der Gewöhnung und sollten daher innerhalb weniger Wochen wieder abgesetzt werden. Langfristig wirksam und nicht zu einer Gewöhnung und Abhängigkeit führend sind antidepressive Medikamente. Um die vegetative Begleitsymptomatik einer Angststörung abzumildern, eignen sich auch Medikamente vom Typ der Beta-Blocker, die im allgemeinen bei Bluthochdruck oder Herzrhythmus-störungen eingesetzt werden. Andere medikamentöse Ansätze mit z.B. Medikamenten aus der Gruppe der Antiepileptika versprechen eine sinnvolle Ergänzung der Therapie zu werden.

Psychotherapie
Die Mehrheit der Angststörungen besonders die der spezifischen Phobien stellen eine besondere Indikation für eine verhaltenstherapeutische Behandlung dar. Dabei kommen sowohl die Reizkonfrontationsverfahren zum Einsatz als auch kognitive Verfahren, basierend auf einer differenzierten Verhaltensanalyse. Verhaltenstherapeutische Verfahren werden sowohl „auf dem Trockenen“ (in sensu) durchgeführt, also im Therapeutenzimmer, als auch „in vivo“, d.h. durch konkrete praktische Übungen, die der Therapeut mit dem Patienten verabredet und ihn zum Teil allein durchführen lässt, zum Teil in seiner Begleitung.
Neben den verhaltenstherapeutischen Verfahren kommen psychodynamische Therapieformen, d.h. tiefen-psychologische Verfahren zum Einsatz. Bei diesen Therapiemethoden versuchen Therapeut und Patient gemeinsam, mögliche Konflikte aus der Biographie zu erkennen, vor deren Hintergrund sich Angst- und Panikstörungen entwickeln können.

Die Psychotherapie erfolgt sowohl einzelpsychotherapeutisch als auch
gruppenpsychotherapeutisch.
In der Regel arbeiten wir im Sinne eines integrativen Therapieansatzes unter Einbeziehung von verhaltenstherapeutischen und tiefenpsychologischen Ansätzen.

Ziel einer solchen integrativen Gruppentherapie ist es, dass Therapeut und Patienten zusammen einerseits immer wieder auftretende kritische Situationen verstehen lernen und andererseits trainieren, diese frühzeitig wahrzunehmen und gemeinsame Modelle zu finden, zukünftig konstruktiv aus solchen kritischen Situationen herauszugehen.

Ergänzende Therapieverfahren

Je nach individuellem Bedarf bieten wir folgende ergänzende Therapieverfahren an:

·        Gruppentherapien

- Entspannungsverfahren
- Katathym imaginative
  Psychotherapie (KIP)
- Psychodramatherapie
- Tanztherapie
- Salutogenesegruppe
- Therapie im Hochseilgarten
- Seniorengruppe

·         Paar-/Familienberatung-/Therapie

·         Sport- und Bewegungstherapie

- Sporttherapie
- Körperwahrnehmungsgruppe und
  andere bewegungstherapeutische
  Techniken

·         Ergo- und Kreativtherapie

- Ergotherapie
- Kunsttherapie
- Rhythmik-/ Musiktherapie

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