Frühlingsblütenstrauch im Park vor dem Hintergrund einer Villa und Turm der Stadtmauer von Ahrweiler

Depression

Die Depression ist eine psychische Krankheit. Sie ist keine Geisteskrankheit. Ein Mensch, der an einer Depression erkrankt, wird nicht „irre“ oder „verrückt“. Er leidet an einer Gemütskrankheit. 

Depressionen können ursächlich akut aufgrund belastender Lebenssituationen entstehen, die im allgemeinen mit Verlusten zu tun haben. Sie können immer wieder im Zusammenhang mit einer lebenslangen Entwicklung auftreten oder sie können ohne erkennbaren Anlass auftreten, wobei hier insbesondere eine Imbalance wesentlicher, emotionsregulierender chemischer Substanzen im Gehirn eine besondere Rolle zukommt. 

Depressionen sind häufig mit anderen Gefühlsstörungen verbunden, insbesondere mit Angst und Panikstörungen. Häufig werden sie begleitet oder auch überdeckt durch ausgeprägte körperliche Störungen.

Depressionen zeichnen sich durch drei Kernsymptome aus: Die depressive Stimmung, der Verlust von Interesse und Freude sowie erhöhte Ermüdbarkeit. Begleitet werden sie von zahlreichen anderen Gefühlssymptomen wie Schuldgefühlen, Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen, Appetitstörungen und Störungen der sexuellen Lust und Potenz.

Depressionen sind häufige Krankheitsbilder. Mit anderen psychischen Erkrankungen stehen sie auf den vorderen Plätzen von Arbeitsunfähigkeiten und Frühberentungen. Etwa 43 % der Menschen erkranken in ihrem Leben an psychischen Erkrankungen. Etwa 13 % an Depressionen. 

Wir behandeln depressiv erkrankte Menschen in erster Linie stationär, aber auch teilstationär oder ambulant. Die Therapie wird in unserem Hause individuell auf den einzelnen Patienten abgestimmt. 

Nach einer entsprechenden Diagnostik stehen verschiedene Therapieangebote entsprechend der Symptomatik zur Verfügung.

Diagnostik
Viele Patienten kommen bereits mit einer abgeschlossenen Diagnostik und auch mit einer Vorbehandlung in unsere Klinik. Nachdem wir uns selber ein Bild von dem Krankheitszustand gemacht haben, können wir hier praktisch unmittelbar mit der Therapie einsetzen. 

Bei diagnostisch unklaren Zustandsbildern werden wir uns erst durch diagnostische Gespräche, psychologische Testverfahren, gegebenenfalls Laboruntersuchungen und Röntgen-Zusatzuntersuchungen selbst ein Bild vom Krankheitszustand und von den möglichen Ursachen machen.

Medikamentöse Therapie
Bei schweren und mittelschwer ausgeprägten Depressionen wird im Allgemeinen der Einsatz von spezifischen antidepressiven Medikamenten nötig sein. Die antidepressive medikamentöse Therapie soll die depressive Symptomatik soweit lindern, dass eine Psychotherapie und andere therapeutische Maßnahmen überhaupt möglich werden. Die antidepressiven Medikamente werden in Bezug auf die antidepressive Symptomatik ausgewählt. Die antidepressiven Medikamente werden unter Umständen durch angstlösende Medikamente begleitet. Unter Umständen können auch Medikamente nötig werden, die eine wahnhafte Begleitsymptomatik der Depression lindern helfen. Wenn bereits wiederholte depressive Episoden aufgetreten sind, wird man nach sorgfältiger Abwägung den Einsatz von sogenannten „Phasenprophylactica“ diskutieren. Das sind Medikamente, die den Gehirnstoffwechsel stabilisieren helfen, um so das sich wiederholende Auftreten von Depressionen zu verhindern. 

Psychotherapie
Die Psychotherapie wird zum Behandlungsbeginn zunächst mit der Bearbeitung der biographischen Anamnese begonnen. Diese soll dem Therapeuten dazu verhelfen, sich ein möglichst gutes Bild über den Menschen und seine Lebensumgebung, seine Lebensgeschichte zu machen.
Dem Betroffenen selber soll sie dazu dienen, seine Lebenssituation, seine Problemzonen zu erkennen und verstehen zu lernen.

Einzelpsychotherapie
Eine Einzeltherapie kann sich nach dem oben geschilderten Therapiebeginn fortsetzen in eine tiefenpsychologisch orientierte Therapie, die ihren Schwerpunkt auf das Verstehen und das emotionale Nacherleben wesentlicher Lebenssituationen legt. Sie kann aber auch in einer verhaltenstherapeutischen Psychotherapie bestehen, bei der es primär um die Bewältigung der aktuellen Situation geht und das Training positiver Denkansätze, die es dem Menschen erleichtern, mit belastenden Situationen konstruktiv und positiv umzugehen und hier eine hohe Kompetenz zu erreichen. 

Gruppentherapie
In der Regel bieten wir ergänzend zur Einzeltherapie eine Gruppentherapie an, bei der integrativ tiefenpsychologische und verhaltenstherapeutische Ansätze zur therapeutischen Anwendung kommen. Ziel einer solchen Gruppentherapie ist unter anderem, dass Therapeut und Patient zusammen einerseits immer wieder auftretende kritische Situationen verstehen lernen, andererseits aber auch trainieren, diese frühzeitig wahrzunehmen und gemeinsame Modelle zu finden, zukünftig konstruktiv aus solchen kritischen Situationen herauszugehen. 

Ergänzende Therapieverfahren
Je nach individuellem Bedarf bieten wir folgende ergänzende Therapieverfahren an:
- Paar-/Familienberatung/-therapie
- Katathymes Bilderleben
- Psychodramatherapie
- Tanztherapie
- Psychotraumatherapie
   - Stabilisierungsgruppe
   - Frauengruppe
- Sport- und Bewegungstherapie
   - Sporttherapie
   - Körperwahrnehmungstherapie
- Rhythmik- und Musiktherapie
- Therapie im Hochseilgarten
- Kunsttherapie
- Seniorengruppen
- Salutogenesegruppe
- Entspannungstherapie

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